Fred Endrikat

(1890-1942)

»Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen«

Fred Endrikat war ein deutscher Schriftsteller und Kabarettist.
Er wurde am 7. Juni 1890 − während einer Reise seiner Eltern − in Nakel an der Netze geboren und starb am 12. August 1942 in München.
Endrikat war der Sohn eines Bergmannes und verbrachte seine Kindheit und Jugend in Wanne-Eickel.
Seine humoristischen Kabaretttexte und -lieder waren seinerzeit sehr erfolgreich.
Seit 1964 ist im Wanner Norden eine Straße nach ihm benannt.
Die im Volksmund bekannte Redensart »Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen.« stammt, was weitgehend unbekannt ist, aus einem seiner Gedichte.

Es gibt ein Stück Erde...

Es gibt ein Stück Erde, an dem man klebt
und das man im Herzen stets liebbehält.
Die Scholle, auf der man die Kindheit verlebt,
vergißt man niemals im Trubel der Welt.
Man kennt jedes Steinchen und weiß jeden Laut.
Es taucht vor uns auf, so lebendig und wach,
Das Haus mit dem Gärtchen, so heimisch vertraut.
Die Tauben girren noch auf dem Dach.
Die rissige Mauer mit dem wilden Wein,
berankt bis zum Giebel grün und dicht.
Die Stare nisten am Dachfensterlein.
Der Vater kommt müde heim von der Schicht.
Der Birnbaum steht verkümmert, wie er damals war,
und Sonnenblumen blühen am Gartenrand.
Es ist so, als streichle unser zerzaustes Haar
der guten Mutter segnende Hand.
Und wenn man die Welt kennt und alles gesehn,
bleibt dieses Stück Erde an dem man klebt.
Mag sie finster und arm sein, für mich ist sie schön,
Die Heimat des Bergmanns, wo ich die Kindheit verlebt.



Müßiggängers Abendgebet

Wieder ist ein Tag zu Ende.
Oh, wie freun sich meine Hände!
Hab ich auch nicht viel gemacht,
hab ich doch den Tag verbracht.



Unsterblichkeit

Die schlimmste Krankheit ist kurierbar,
einnehmbar, injizierbar oder schmierbar.
Das größte Leiden ist zu stillen, nur:
Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen.


Quellen:
www.wikipedia.de
www.wanne-eickel.de