Bludau, Landkreis Fischhausen

Samland, Ostpreußen

Kostrovo (Rußland)

Mitteleuropa

Ostpreussen

Bludau, Kreis Fischhausen, Übersicht

Bludau, Kreis Fischhausen, Detail

Bludau, Landkreis Fischhausen

Die beiden Übersichtskarten von Europa und Ostpreußen (oben) sind Auschnitte aus Karten von OpenStreetMap.

Die abgebildete Landkarte (zweite von unten) ist einer Übersichtskarte aus den 30er Jahren entnommen.

Die zweite Landkarte (ganz unten) entstammt einer topgrafischen Detailkarte(Meßtischblatt 1286, herausgegeben 1908, berichtigt 1922, mit Nachträgen von 1937).
639 Einwohner (1939)

Zugehörigkeit staatlich:
Preußen, Provinz Ostpreußen, Regierungsbezirk Königsberg

Zugehörigkeit NSDAP:
Gau Ostpreußen

Zugehörigkeit ev. Kirche:
Evangelische Kirche der altpreußischen Union, Kirchenprovinz Ostpreußen

Zugehörigkeit kath. Kirche:
Bistum Ermland


Ein weiterer Ort namens Bludau (Kostrovo) lag im Kreis Fischhausen zwischen Fischhausen (Primorsk) und Königsberg (Kaliningrad) im heutigen russischen Teil Ostpreußens (früher Ostpreußen - Samland).

Das Dorf Bludau im Kreis Fischhausen hatte (1933) etwa 600 Einwohner und war damit sogar etwas größer als sein Namensvetter im Kreis Braunsberg mit rund 400 Anwohnern.

In der sogenannten »Teilungsurkunde« des Bistums Samland wird das Dorf Bludau 1258 als Blodewe erstmals urkundlich im Zusammenhang mit der Gründung des Ortes Fischhausen erwähnt.

Papst Innozenz IV. ernannte im Jahre 1255 den damaligen Ordensbruder Heinrich von Strittberg zum ersten Bischof von Samland.

Um den Einfluß von Orden und Kirche gegeneinander abzugrenzen, wurde das Samland am 3. Mai 1258 nach vielen Streitigkeiten untereinander aufgeteilt.

Dem Orden wurden in der sogenannten »Teilungsurkunde« zwei und der Kirche ein Drittel zugesprochen. Der Bischof erhielt Schonewic, das spätere Fischhausen und einige umliegende Dörfer, zu denen laut Teilungsplan in »Das westliche Samland« von Oscar Schlicht, auch Blodewe, das spätere Bludau gehörte.

Bludau war ein typisch samländisches Bauerndorf, das im Jahr 1785 über 18 Feuerstellen verfügte. Eine Volksschule im Ortsteil Caspershöfen wird erstmals 1719 urkundlich erwähnt. 1890 erhielt der Ort eine Poststation, die ein Jahr später noch um eine Telegraphenanstalt erweitert wurde. Das Dorf besaß außerdem in den 1920er Jahren eine Freiwillige Feuerwehr, deren Spritzenhaus bei Bedarf auch als Gefängnis genutzt wurde.

Am 30. Januar 1945 musste das Dorf geräumt werden, nachdem sich sich die Kriegsfront bereits bis auf 15 Kilometer angenähert hatte. Von den Zurückgebliebenen wurden viele verschleppt oder umgebracht oder starben an Hunger oder Seuchen, 76 Einwohner kamen auf der Flucht oder in der Nachkriegszeit um.

Aus deutscher Zeit existieren heute nur noch wenige Gebäude. Seit etwa 1955 enstanden neue Häuser einer russischen Siedlung. Wirtschaftlicher Mittelpunkt wurde eine Nerzfarm mit einem angeschlossenen Verkaufsgebäude an der Hauptstrasse. Außerdem gibt es eine mehrklassige Schule an der ehemaligen Reichsstraße 131 sowie ein Kulturhaus.

Quellen:
www.wikipedia.de
www.ostpreussen.net
www.wissenschaft-on-demand.de
www.verwaltungsgeschichte.de
www.bludau-family.de

Karten:
www.openstreetmap.de
»Gemeinde Bludau im Samland/Ostpreußen«
von Erika Wetzel
www.ostpreussenkarten.de.vu